31. Mai 2012

Mansardengedanken

Marlen Haushofer ist meiner Ansicht nach eine diese Autorinnen, von denen man gar nicht laut und oft genug sprechen kann, weil sie gelesen gehören und viel zu wenig Beachtung finden. Trotzdem mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft ihrer Werke. Immerhin wurde „Die Wand“, ihr bekanntester Roman, nun verfilmt und dürfte in nicht allzu langer Zeit ins Kino kommen - mit Martina Gedeck in der Hauptrolle und einem Frühstart auf der diesjährigen Berlinale.

Es wäre aber traurig und ungerecht, würde die österreichische Autorin nur für „Die Wand“ verehrt. Ja, der Roman ist großartig. Er ist finster, gegen jede Konvention, konsequent, mutig. Er berührt und ist politisch, sozialkritisch und aufreibend. Ich behaupte: Wer „Die Wand“ gelesen hat, vergisst diese Geschichte nicht so bald wieder.

Gerade lese ich einen ganz anderen Roman von Marlen Haushofer. Zum zweiten Mal und wie fast immer, wenn ich etwas zum zweiten Mal lese, ist es nicht ganz freiwillig, sondern weil ich darüber für die Uni arbeiten muss. Und diesen Roman möchte ich allen-allen-allen ans Herz legen.