Marlen Haushofer ist meiner Ansicht nach eine diese Autorinnen,
von denen man gar nicht laut und oft genug sprechen kann, weil sie
gelesen gehören und viel zu wenig Beachtung finden. Trotzdem mache ich
mir keine Sorgen um die Zukunft ihrer Werke. Immerhin wurde „Die Wand“,
ihr bekanntester Roman, nun verfilmt und dürfte in nicht allzu langer
Zeit ins Kino kommen - mit Martina Gedeck in der Hauptrolle und einem
Frühstart auf der diesjährigen Berlinale.
Es wäre aber traurig und ungerecht, würde die österreichische
Autorin nur für „Die Wand“ verehrt. Ja, der Roman ist großartig. Er ist
finster, gegen jede Konvention, konsequent, mutig. Er berührt und ist
politisch, sozialkritisch und aufreibend. Ich behaupte: Wer „Die Wand“
gelesen hat, vergisst diese Geschichte nicht so bald wieder.
Gerade lese ich einen ganz anderen Roman von Marlen Haushofer. Zum
zweiten Mal und wie fast immer, wenn ich etwas zum zweiten Mal lese, ist
es nicht ganz freiwillig, sondern weil ich darüber für die Uni arbeiten
muss. Und diesen Roman möchte ich allen-allen-allen ans Herz legen.